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So sieht das Faltblatt aus. Ausgewählte Artikel finden Sie auf den folgenden Seiten.

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DIE ÖKUMENE DER REGIONEN ENTSCHEIDET

Interview mit Dr. Christof Theilemann, Direktor des Berliner Missionswerks

Im Herbst trifft sich die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe. Welche Bedeutung hat dieses Treffen in Deutschland?
Enorme Bedeutung, auch als Ausdruck der ökumenischen Wertschätzung der deutschen Mitgliedskirchen. Dabei ist die Organisation selbst schon ökumenisch, im Zusammenspiel der badischen Landeskirche, den französischen und den Schweizer Kirchen als Gastgeberinnen.

Das Treffen steht unter dem Motto »Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt«. Welche Botschaft lesen Sie in diesem Satz?
Für mich verklammert das Motto vielfältige Themen und Meinungen, die in Karlsruhe zusammenkommen. Vielleicht ist das ein Unterschied zu früheren Vollversammlungen. Die waren häufig vor allem auf ein einziges zentrales Thema konzentriert – jetzt stehen viele und vielfältige Themen an: Der Krieg in der Ukraine und die Frage der christlichen Friedensethik, die Rolle der Frau in der Kirche und in den Ämtern als Frage nach Geschlechtervielfalt, der Umgang mit Rassismus und dem kolonialen Erbe, die Achtung und Missachtung von Menschenrechten und noch mehr. Der Ökumenische Rat der Kirchen hat sich verändert hin zu einem Netzwerk, in dem es stärker um Moderation geht.

Was erwarten Sie persönlich von der Vollversammlung angesichts dieser Fülle der Themen?
Was die Vollversammlung als Treffen der Kirchen zum Beispiel nicht kann: Die gewalttätigen Konflikte und Kriege »einfach« lösen. Dazu braucht es politisches Handeln. Aber die Vollversammlung ist ja vor allem die Begegnung von unterschiedlichen Menschen. In der Vernetzung dieser Vielfalt können die berechtigten Anliegen aller Seiten zusammenkommen. Wenn das in Stellungnahmen des Ökumenischen Rates mündet, mit klaren Aussagen etwa zum Selbstbestimmungsrecht aller Völker, dann hat das international Gewicht. Zugleich werden an die Vollversammlung Fragen herangetragen: Wie geht man mit den problematischen Positionen der Leitung der russisch-orthodoxen Kirche um, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht verurteilt? Hier wird es auch um die Grenzen der Meinungsvielfalt gehen. Ich bin noch unsicher, welche Ergebnisse die Vollversammlung haben wird.

Welche Folgen für die Kirchen in Deutschland wünschen Sie sich?
Ich erlebe in unserem Land gesellschaftliche und kirchliche Debatten im Moment häufig polarisiert und personalisiert. Hier wünsche ich mir Impulse aus Karlsruhe, dass wir mehr miteinander reden und nicht übereinander. Für solche Begegnungen werde ich selbst nach Karlsruhe fahren. Zugleich hoffe ich, dass es Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern unserer Partnerkirchen im Anschluss an die Vollversammlung hier bei uns in der Region geben wird. Das könnte uns vor Ort ökumenisch stärken. Denn das scheint mir eindeutig: Entscheidend wird im weltweiten Netzwerk die Ökumene der Regionen sein, also unser konkretes Handeln hier.

Dr. Christof Theilemann leitet seit 2019 als Direktor das Berliner Missionswerk. Aus der traditionellen Missionstätigkeit der Vorgängerorganisationen ist eine ökumenisch ausgerichtete Arbeit geworden: Partnerschaften mit 15 christlichen Kirchen weltweit schärfen den Blick auf die eigene Verantwortung für die Gemeinschaft zwischen den Kirchen, den Einsatz für Menschenrechte und das ökumenische Lernen. So versteht sich das Berliner Missionswerk als »ökumenisches Zentrum« der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Evangelischen Landeskirche Anhalts.

GOLDEN EINHÜLLEN

Was kommt danach? Das ist eine große Frage für alle Vorschulkinder. Denn nach den Sommerferien beginnt für sie die Schule. Und damit steht das Abschiednehmen von Orten, Räumen, Freund:innen aus der KiTa und den Erzieherinnen im Vordergrund des letzten Vierteljahrs.

Seit Katrin Pohler die KiTa Neu-Westend 47 leitet, wird diese Zeit besonders in den Fokus des KiTa-Alltags gerückt und gemeinsam mit allen zelebriert. So wird für alle, die Kleinen und die Großen, sichtbar, dass sich etwas verändert: Einige Kinder verabschieden sich in die Schule.

Dieser Abschied wird gemeinsam gestaltet und er beginnt in den letzten drei Monaten der gemeinsamen Zeit mit Ausflügen. Dort versorgt sich die Gruppe selbst. Die Kinder unternehmen gemeinsam mit den Erzieherinnen Ausflüge und beschäftigen sich mit dem bevorstehenden Gehen und dem "groß werden". Und sie werden vorbereitet auf das große Thema Schule – von Buchstaben bis zu den Aufgaben, die sie übernehmen dürfen. Außerdem veranstaltet die KiTa Übernachtungen für die älteren Kinder. Danach beginnt die letzte KiTa-Woche vor den Sommerferien.

In den letzten Monaten arbeiten die Vorschulkinder in ihren Gruppen an besonderen Projekten. In Kim Schotts Gruppe webt jedes Kind ein Stück Stoff an einem eigenen Webrahmen. „Ich erzähl den Kindern dann, dass das jetzt ihre letzten Bastelarbeiten in der KiTa sind. Das ist dann etwas ganz Besonderes für sie. Die Kinder basteln ganz intensiv daran und drücken sich dabei aus. Da verändert sich noch mal viel.“, sagt sie. Aus den Webstücken näht Kim Schott dann für jedes Kind eine Federtasche, die gemeinsam befüllt wird. „So haben sie etwas, das sie von der KiTa in die Schule begleitet. Und gleichzeitig markiert sich dadurch ein Abschluss.“

Die Kinder räumen auch auf: Sie sammeln nach und nach alles ein, was ihnen gehört, und bereiten damit die KiTa für die neu in die KiTa hineinwachsende Kinder vor. Zum Schluss geben sie das Symbol ab, das sie während ihrer KiTa-Zeit begleitet hat. Die Vorschulkinder schenken ihre alten Symbole den Nachfolgenden. „Das ist für die Kinder nicht ohne! Damit wird der Abschied ganz deutlich und das ist sehr prägend.“, sagt Kim Schott über den Abschiedsprozess.

Mit einer Andacht zum Schulanfang werden die Schulanfänger:innen aus der KiTa verabschiedet. Die Kinder werden darin gemeinsam von Pfarrerin Manon Althaus und den Erzieherinnen verabschiedet. Unter einem goldenen Reifen bekommt jedes Kind einen Segen zugesprochen: Ich hüll dich golden ein, von Gott sollst du gesegnet sein, von Herzen freu ich mich, ich freu mich über dich!

Mit diesem Wunsch verlassen die Kinder ihre KiTa und können so in die Schule hineinwachsen.

DER GARTEN LEHRT MICH

Der Garten ist für mich heilsam. Ich habe mir den zugelegt nach einer schweren Erkrankung. Viele haben mir abgeraten wegen der Menge an Arbeit, und es stimmt ja auch, es ist reichlich zu tun. Aber es macht mich glücklich. Ich habe über das Gärtnern Genesung erfahren.

Groß geworden bin ich auf dem Land in einem bäuerlichen Umfeld mit Tierhaltung und Gartenbau. Das hat mich geprägt. Und wenn ich jetzt im Garten arbeite, verbindet mich das mit meiner Herkunft. Der Garten hat auch etwas mit meinem Glauben zu tun: Ich denke an Bibelstellen, in denen ein Garten erwähnt wird: Jesus im Garten Gethsemane. An einer anderen Stelle wird Jesus als Gärtner beschrieben.

Am Anfang hatte ich Pläne für alles Mögliche im Garten, hatte mir dies oder jenes vorgenommen. Oft ist es dann nichts geworden oder ganz anders, als ich geplant hatte. Ich habe inzwischen gelernt zu hören, was der Garten mir sagt. Seitdem ich mehr wachsen und entstehen lasse und teilweise nur noch ordnend eingreife, gelingt es besser. Der Garten lehrt mich, dass alles seinen Gang geht. Er lehrt mich auch, dass alles seine Zeit hat, wie säen und ernten seine Zeit hat. Das Werden und Vergehen in meinem Garten so direkt im Laufe eines Jahres zu sehen, ist für mich in gewisser Weise beruhigend, denn es wird auch mein Weg sein. Auch in meiner mehr intellektuellen beruflichen Tätigkeit versuche ich mit allen Sinnen wahrzunehmen, zu sehen und zu hören, was ist, und erst dann ordnend einzugreifen. Und dazu ist die Arbeit im Garten ein wunderbarer Ausgleich, der mich erdet.

Frau Thies ist Kleingärtnerin am Spandauer Damm.

NACHDENKEN: "DENK ICH AN ERNTEDANK, DANN DENK ICH ..."

Eingesammelte Gedankensplitter von Mitreisenden der Senior:innenreise Ende Mai 2022

Erntedank ist für mich nicht vorwiegend Dank für geerntete Nahrung. … Alles, was Gott schenkt, ist „gute Gabe“. Dass es uns so gut geht, ist immer wieder Grund für „Erntedank“.

Säen und ernten: Dank für die Schöpfung, die es zu bewahren gilt.
Säen und ernten: nicht nur die Nahrung für den Körper, sondern auch im geistigen Sinne.
Und im Alter: Erntedank ist, wenn aufgegangen ist, was man im Leben gesät und auf den Weg gebracht hat und Früchte trägt.

Der erste Gedanke zum Stichwort „Erntedank“ ist, dass wir in den 1950er Jahren außer Obst etc. auch Kohlen mitbringen sollten, um die Kirche zu heizen.

Leider ist es nicht allen Menschen vergönnt, Dank für die Ernte zu sagen. Es bleibt die Aufgabe der „Bevorzugten“, dafür zu sorgen, dass allen Menschen ihr Anteil an Gottes Segen zukommt, also der Hunger ein Auslaufmodell werden kann. An dieser riesigen Aufgabe, die lösbar ist, müssen wir, jede:r Einzelne, intensiv mitarbeiten.

Wenn ich an Erntedank denke, bin ich froh, in einem Land zu leben, in dem niemand hungern muss und meine Rente es erlaubt, für „Brot für die Welt“ zu spenden.

Ich bin dankbar, dass wir aus der Fülle der Lebensmittel täglich das aussuchen können, was wir möchten und worauf wir Appetit haben mit dem Wissen im Hintergrund, welch Privileg dies ist. Und dass es sich gerade in der momentanen und bedrohlichen Lage durch den Krieg in der Ukraine auch mal ändern kann. Ich wünsche mir einen achtsamen Umgang mit der Natur und den Lebewesen, besonders mit den Bienen, die so dringend gebraucht werden.

Denk ich an Erntedank dann denk ich an Erntekränze, Ernte der Feld- und Gartenfrüchte, Fortzug der Vögel, Laubfärbung, den ersten Federweißen, Sammeln von Kastanien, Nüssen und Beeren. Herbstlieder singen, letzte große Wanderungen. Pilze suchen. Marmelade kochen und danken, dass es uns gut geht.

Mit Erntedank geht langsam die Gartensaison zu Ende – und zwischendurch geht ein Dankeschön zum Himmel.

Habe ich etwas gesät in meinem Leben?
Und war die Saat gottgefällig?
Wer erntet – ich oder meine Nachkommen?
Der Dank müsste in meinem täglichen Leben mehr sichtbar und erfahrbar sein.

Wenn ich meine Enkel ansehe, fülle ich mich mit großem Dank. Das ist auch Erntedank.

Dankbar für alles, was ich habe.
Dankbar für alles, was ich teilen kann und gemeinsam genieße.
Dankbar für alles, was ich abgeben kann.

Gottesdienst für Groß und Klein mit dem Kinderchor zu Erntedank in Neu-Westend am 25. September 2022 um 10 Uhr in der Kirche, anschließend Kaffee und Kuchen auf dem Hof.

Letzte Änderung am: 08.07.2022